Veranstaltungsdetails
Femizide und Gewalt gegen Frauen als globales Problem
einewelt haus Magdeburg (Schellingstraße 3-4, 39104 Magdeburg (Saal))
Gewalt gegen Frauen* ist kein individuelles Problem, sondern eine gesellschaftliche und globale Herausforderung. Femizide, die Tötung von Frauen* aufgrund ihres Geschlechts, stellen die sichtbarste und extremste Form geschlechtsspezifischer Gewalt dar. Sie sind kein Einzelfall und keine Privatangelegenheit, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit, diskriminierender Machtverhältnisse und geschlechtsspezifischer Gewalt. Besonders betroffen sind häufig auch migrantische und geflüchtete Frauen, die neben geschlechtsspezifischer Gewalt oft mit zusätzlichen sprachlichen, sozialen oder rechtlichen Barrieren konfrontiert sind.
Unter dem Motto „Ni una menos“ („Nicht eine weniger“)“ machen Frauenbewegungen seit 2015 insbesondere in Lateinamerika auf Femizide und Gewalt gegen Frauen* aufmerksam. Ausgehend von Protesten in Argentinien entwickelte sich „Ni una menos“ zu einer internationalen Bewegung, die sich für Schutz, Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Wandel einsetzt. Die Bewegung steht für Solidarität und die Forderung, dass keine Frau* aufgrund ihres Geschlechts Gewalt erfahren oder ihr Leben verlieren darf.
Geschlechtsspezifische Gewalt betrifft Frauen* weltweit. Die Vereinten Nationen greifen dieses Thema unter anderem in den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) auf, insbesondere im SDG 5 „Geschlechtergleichstellung“, das die Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen fordert. Gleichzeitig stehen auch SDG 10 „Weniger Ungleichheiten“ und SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ in engem Zusammenhang mit dem Schutz vor Gewalt und dem Zugang zu Unterstützung und Rechtsschutz.
Vor einem Jahr wurde in Magdeburg eine Frau mutmaßlich von ihrem Ex-Partner getötet. Der Fall löste Diskussionen über geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide aus. Dieses Ereignis ist Anlass, den Blick auf ein Problem zu richten, das weit über den Einzelfall hinausgeht: Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen* ist weltweit verbreitet und Ausdruck struktureller Ungleichheit.
Die Veranstaltung beleuchtet Hintergründe, internationale Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten. Auch in Deutschland und in Magdeburg stellt sich die Frage: Wie erkennen wir Gewalt? Wie können wir Betroffene unterstützen? Welche Verantwortung tragen wir als Gesellschaft? Und welche Hilfsangebote gibt es vor Ort?
Ablauf
Nach einem fachlichen Input diskutieren Vertreter*innen lokaler Hilfs- und Beratungsstrukturen über Herausforderungen, Unterstützungsmöglichkeiten und Prävention. Gemeinsam möchten wir darüber ins Gespräch kommen, wie eine Kultur des Hinschauens statt Wegschauens entstehen kann und was jeder Einzelne zu mehr Schutz, Solidarität und Gewaltprävention beitragen kann.
Eingeladen sind alle, die sich informieren, Zusammenhänge besser verstehen oder sich mit anderen über Wege zu einer gewaltfreien und gleichberechtigten Gesellschaft austauschen möchten, unabhängig von Vorkenntnissen.
Hinweise
Die Teilnahme ist kostenlos.
Die Veranstaltung thematisiert geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide.
Der Veranstaltungsort ist barrierearm zugänglich und verfügt über einen Fahrstuhl.
Bei weiteren Bedarfen melden Sie sich bitte bis spätestens 25.08.2026 bei uns.
Anmeldung
https://eveeno.com/368848370
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Fachstelle „Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“ in Trägerschaft der AGSA, des Amtes für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg und der queeren Hochschulgruppe der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.