EU-Migration als gelebter Zusammenhalt: AGSA bringt Perspektive Sachsen-Anhalts in bundesweite Fachkonferenz ein

Mehr als fünf Millionen EU-Bürgerinnen und EU-Bürger leben und arbeiten in Deutschland, davon über 40.000 in Sachsen-Anhalt. Sie sind ein wichtiger Teil des Arbeitsmarktes und des gesellschaftlichen Lebens. Ihre Beschäftigungsquote ist hoch, gleichzeitig sind ihre Zugänge zu Integrations- und Unterstützungsangeboten teilweise erschwert. Auch ihre gesellschaftliche und politische Teilhabe entspricht noch nicht überall ihrer tatsächlichen Bedeutung.

Diese Herausforderungen standen im Mittelpunkt der bundesweiten EU-Fachkonferenz „Zwischen Freizügigkeit und demokratischer Teilhabe – EU-Migration als gelebter Zusammenhalt“, zu der der Polnische Sozialrat e. V. am 1. Oktober 2026 in das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Berlin eingeladen hatte.

Die Konferenz fand unter der Schirmherrschaft von Dr. Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, und Katarina Niewiedzial, Beauftragte des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration sowie Polonia-Beauftragte des Landes Berlin, statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, europäischen Institutionen, Wissenschaft, Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden und migrantischen Organisationen diskutierten über die Situation mobiler EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in Deutschland.

Für die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) nahm Geschäftsführer Krzysztof Blau an der Konferenz teil. In der Podiumsdiskussion „Demokratie, Freizügigkeit und Teilhabe in Europa“ brachte er insbesondere die Perspektive Sachsen-Anhalts und die Erfahrungen aus der praktischen Integrationsarbeit ein. Gemeinsam mit Katarina Niewiedzial, Prof. Dr. Magdalena Nowicka vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) und Natalia Bugaj-Wolfram vom Paritätischen Gesamtverband diskutierte er über Möglichkeiten einer stärkeren gesellschaftlichen und demokratischen Teilhabe. Moderiert wurde das Podium von Jacek Tyblewski, COSMO-Redakteur beim Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Im Mittelpunkt der Konferenz standen zentrale Fragen: Wie kann die Lücke zwischen der europäisch garantierten Freizügigkeit und der tatsächlichen gesellschaftlichen Teilhabe geschlossen werden? Welche Barrieren bestehen beim Zugang zum Arbeitsmarkt, zu sozialen Rechten und zu Unterstützungs- und Integrationsangeboten? Wie können Diskriminierung und insbesondere Antislawismus stärker wahrgenommen und bekämpft werden? Und wie lässt sich das Vertrauen in demokratische Institutionen stärken?

In drei Fachforen wurden zudem Demokratieskepsis im Kontext mobiler EU-Bürger*innen, Antislawismus als Diskriminierungsform sowie die Freizügigkeit im deutsch-polnischen Grenzraum vertieft.

Für die AGSA ist klar: Freizügigkeit allein reicht nicht. Europa wird dort gelebt, wo Menschen nicht nur leben und arbeiten, sondern gleiche Chancen auf gesellschaftliche und politische Teilhabe erhalten und ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen können.

Gerade für Sachsen-Anhalt mit seinen mehr als 40.000 EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern ist dies eine wichtige integrations-, arbeitsmarkt- und demokratiepolitische Zukunftsaufgabe.

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