Drittes Magdeburger Stadtgespräch: Impulse für Weltoffenheit im Alltag und Beruf
Drittes Magdeburger Stadtgespräch: Impulse für Weltoffenheit im Alltag und Beruf
Worin manifestiert sich Weltoffenheit? Wo beginnt sie? Und wie offen ist Magdeburg im Alltag tatsächlich? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die dritte Ausgabe des „Magdeburger Stadtgesprächs“ am 19. Mai 2026 in der Stadtbibliothek Magdeburg.
Auf dem Podium diskutierten Dr. Cornelia Poenicke (Direktorin der Stadtbibliothek Magdeburg), Prof. Dr.-Ing. Lisa Underberg (Institutsleiterin des ifak), Burghard Grupe (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, HWK) sowie Krzysztof Blau (Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, AGSA). Schnell wurde deutlich: Weltoffenheit bildet die Grundlage für ein respektvolles und zukunftsfähiges Zusammenleben.
Weltoffenheit und internationale Praxis
Für Krzysztof Blau ist Weltoffenheit ein vielschichtiges Thema. "Sie beginnt im täglichen Miteinander und zeigt sich in Respekt, Freundlichkeit und gegenseitiger Unterstützung." Zugleich werde sie durch internationale Beziehungen, Städtepartnerschaften und den Austausch mit Menschen aus aller Welt sichtbar und lebendig. Die Auslandsgesellschaft versteht er dabei als wichtige Impulsgeberin: „Wir gestalten seit 30 Jahren das Miteinander.“ Seit ihrer Gründung setzt sich die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. als Dachverband von rund 50 Mitgliedsorganisationen für eine weltoffene, solidarische Gesellschaft und ein demokratisches Zusammenleben ein. Mit dem einewelt haus bietet sie seit drei Jahrzehnten einen zentralen Ort für interkulturelle Begegnung, Austausch und Vernetzung mit internationaler Ausstrahlung.
Wie tief die AGSA in der Praxis verankert ist, hob HWK-Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe ausdrücklich hervor. Er lobte die Kooperation mit der AGSA-Fachstelle „Berufsbildung ohne Grenzen“ als hervorragendes Beispiel gelebter Praxis. Die enge Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Magdeburg und den anderen gewerblichen Kammern verhilft Auszubildenden und Jungfacharbeitern unkompliziert zu wertvollen Auslandserfahrungen. Damit leistet die AGSA-Fachstelle einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der beruflichen Bildung und zur nachhaltigen Fachkräftesicherung in Sachsen-Anhalt.
Fachkräftebedarf und interkulturelles Engagement
Grupe richtete den Blick zudem auf die allgemeine Situation am Arbeitsmarkt: „Die Lücke der in den Ruhestand gehenden Babyboomer lässt sich ohne internationale Fachkräfte nicht schließen.“ Gezielte Zuwanderung und funktionierende Willkommensstrukturen seien unerlässlich. Neben den Programmen für Auszubildende engagiert sich die HWK gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer beispielsweise in Vietnam, um Fachkräfte nach Magdeburg zu holen.
Ein weiteres aktuelles Beispiel für das Engagement der AGSA ist der kommende 24. Sachsen-Anhalt-Tag vom 5. bis 7. Juni 2026 in Bernburg (Saale). Die AGSA organisiert dort erstmals die Themenstraße „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“. Auf dem Karlsplatz gestalten mehr als 20 Organisationen einen Ort der interkulturellen Begegnung, des demokratischen Dialogs und internationaler Beziehungen – in dem übrigens auch das nächste Stadtgespräch vertreten ist.
Impulse aus Wissenschaft und Kultur
Auch die weiteren Podiumsgäste unterstrichen die Bedeutung internationaler Netzwerke. Prof. Dr.-Ing. Lisa Underberg betonte, dass „Forschung und Weltoffenheit einander bedingen“. Wissenschaft lebe von Diversität. Ein gutes Beispiel für den Abbau von Berührungsängsten seien die interaktiven „Tomorrow Labs“ am 6. Juni im Wissenschaftshafen.
Dr. Cornelia Poenicke erinnerte an das 500-jährige Jubiläum der Stadtbibliothek Magdeburg im Jahr 2025. Der Erfolg der Festwochen basierte maßgeblich darauf, sich für alle Menschen zu öffnen und neue Kooperationen zu knüpfen. Bibliotheken seien essenzielle Orte, an denen sich ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen begegnen und positive Erfahrungen teilen.
Das dritte „Magdeburger Stadtgespräch“ machte deutlich, dass Weltoffenheit in Magdeburg durch das Zusammenspiel von Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren wie der AGSA erfolgreich gelebt wird.
Mit dem Format möchten die AGSA und der Stadtmarketingverein Pro Magdeburg e.V. den öffentlichen Diskurs weiter stärken. Regelmäßig kommen, moderiert durch Stadtmanager Georg Bandarau, Vertreterinnen und Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, um durch fachlichen Austausch und persönliche Perspektiven neue Impulse für kommunales Handeln und gesellschaftliches Engagement zu setzen.
Die Veranstaltungsreihe ist kostenfrei und offen für alle Interessierten.
Diese und weitere Ausgaben der Reihe "Stadtgespräch" können hier angeschaut werden: https://www.youtube.com/@agsa_ewh.
Nächster Termin: Sonntag, 7. Juni, 15.30 Uhr „Stadtgespräch“ in Bernburg auf der Themenstraße „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“
Weitere Informationen unter: https://www.agsa.de/stadtgespraech.html