Namen sichtbar halten: AGSA lädt zum Stolpersteinputzen am 9. November ein
Namen sichtbar halten: AGSA lädt zum Stolpersteinputzen am 9. November ein
Anlässlich des 88. Jahrestages der Novemberpogrome von 1938 lädt die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) am 9. November 2026 zu einer gemeinsamen Stolperstein-Putzaktion in Magdeburg ein. Der Gedenkrundgang beginnt um 10:30 Uhr am einewelt haus und führt zu den Stolpersteinen, für die die AGSA Patenschaften übernommen hat. Den Abschluss bildet die gemeinsame Teilnahme an der zentralen Gedenkveranstaltung um 13 Uhr im Forum Gestaltung.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erreichte die antisemitische Gewalt im nationalsozialistischen Deutschland einen neuen Höhepunkt. Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört, Menschen misshandelt, ermordet und in Konzentrationslager verschleppt. Die staatlich organisierten Novemberpogrome markierten eine massive Eskalation der systematischen Verfolgung jüdischer Menschen.
Auch in Magdeburg wurden jüdische Familien entrechtet, ausgegrenzt, deportiert und ermordet. Die Stolpersteine im Stadtbild erinnern heute an ihre Namen und Lebensgeschichten.
Erinnern heißt Verantwortung übernehmen
Die AGSA hat Patenschaften für ausgewählte Stolpersteine in Magdeburg übernommen. Am 9. November möchten wir diese gemeinsam reinigen und der Menschen gedenken, denen sie gewidmet sind.
Unser Gedenkrundgang beginnt um 10:30 Uhr am einewelt haus Magdeburg. Von dort führt der Weg zu den Stolpersteinen der Familie Jucker in der Liebigstraße, der Familie Mannes und Laura Cohn in der Einsteinstraße sowie der Familie Lerner an der Ecke Leibnizstraße/Einsteinstraße.
An den jeweiligen Stationen werden wir die Lebensgeschichten der Verfolgten in Erinnerung rufen, die Stolpersteine reinigen und in einem Moment der Stille ihrer gedenken.
„Nie vergessen – grenzenlos“: Erinnerung in vielen Sprachen
Die Aktion knüpft an unsere Ausstellung „Nie vergessen – grenzenlos. Mehrsprachiges Erinnern mit Stolpersteinen“ an. Das Projekt macht die Lebensgeschichten von Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden, in unterschiedlichen Sprachen zugänglich und eröffnet damit Menschen verschiedener Herkunft einen persönlichen Zugang zur Geschichte Magdeburgs.
Die Stolperstein-Putzaktion führt diese Erinnerungsarbeit im öffentlichen Raum fort. Denn Gedenken bedeutet nicht nur, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, sondern auch, Verantwortung für unsere Gegenwart zu übernehmen.
Gemeinsam zum zentralen Pogromgedenken
Der Rundgang endet gegen 12:50 Uhr am Forum Gestaltung in der Brandenburger Straße 10. Dort beginnt um 13 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt Magdeburg, die vom Evangelischen Kirchenkreis in Kooperation mit der Stadt und unter Beteiligung der jüdischen Gemeinden sowie des Forum Gestaltung organisiert wird.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung führt ein gemeinsamer stiller Gedenkweg zum Mahnmal der zerstörten Synagoge in der Julius-Bremer-Straße, wo Kränze niedergelegt werden.
Mit unserer Stolperstein-Putzaktion möchten wir das individuelle Gedenken an die Verfolgten mit dem gemeinsamen Erinnern der Magdeburger Stadtgesellschaft verbinden.
Wir laden unsere Mitgliedsorganisationen, Engagierte und alle interessierten Menschen herzlich ein, sich an dem Rundgang und dem anschließenden zentralen Pogromgedenken zu beteiligen.
Informationen zur Veranstaltung
Datum: Montag, 9. November 2026
Beginn: 10:30 Uhr
Treffpunkt: einewelt haus Magdeburg, Schellingstraße 3–4
Ende des Rundgangs: gegen 12:30 Uhr am Forum Gestaltung, Brandenburger Straße 10
Anschließend: ab 13:00 Uhr Teilnahme am zentralen Pogromgedenken
Veranstalter des Rundgangs: Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V.
Teilnahme: kostenfrei, ohne Anmeldung
Mehr zur Ausstellung und den Biografien: https://www.deine-welt.online/nie-vergessen-grenzenlos/