Entfällt! Verschwunden in Deutschland: Lebensgeschichten von KZ-Opfern - Auf Spurensuche durch Europa

Datum: Do. 24 Jan, 2019 19:30
Kontaktperson: Manja Lorenz
Kontakt E-Mail: manja.lorenz@agsa.de
Räume: Saal

Die Veranstaltung muss leider aufgrund der kurzfristigen Erkrankung der Autorin entfallen. Wir bemühen uns um einen baldigen Nachholtermin.

 

Lesung mit der Autorin Imke Müller-Hellmann anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar)


Engerhafe, ein Flecken in Ostfriesland, 1944: Das Konzentrationslager der Nationalsozialisten liegt mitten im Dorf, ein abgelegenes Außenlager des KZ Neuengamme, errichtet für 62 Tage zum Bau des Friesenwalls. 2000 Gefangene, ausgesetzt der Kälte, dem Hunger und dem Prügeln der Wächter. 68 Polen, 47 Niederländer, 21 Letten, 17 Franzosen, 9 Russen, 8 Litauer, 5 Deutsche, 4 Esten, 3 Belgier, 2 Italiener, 1 Slowene,1 Spanier, 1 Tscheche und 1 Däne sterben.
Engerhafe heute: Ein Stein auf dem Friedhof erinnert an die 188 Ermordeten. »Wer ist hier begraben?«, fragt Imke Müller-Hellmann ihre Großmutter, die 1944 27 Jahre alt war und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lager lebte. »Die Großmutter schwieg und konnte sich den Namen nicht zuwenden«, sagt Müller-Hellmann, »aber ich kann es.« Elf Familien der KZ-Opfer macht sie ausfindig. Sie reist zu ihnen nach Frankreich, Polen, in die Niederlande, nach Dänemark, Spanien, Lettland und Slowenien. Dort hört sie von Widerstandsgruppen und Partisanen, vom Spanischen Bürgerkrieg und vom Warschauer Aufstand, vom Schweigen in den Familien und dem Leid der Hinterbliebenen. Sie schreibt das Gehörte auf und gibt den Toten damit ihre Geschichten zurück.


Eine Veranstaltung vom Arbeitskreis Antirassismus Magdeburg in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.

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