kw 022719Der in Polen geborene und aufgewachsene Musiker Jerzy Bojanowski hat bei einem musikalischen Gespräch Einblicke in sein Leben als Klarinettist und in die Nachwende-Zeit in Schönebeck und Magdeburg gewährt. Zur Untermalung des Gesprächs am Mittwochabend in der Stadtbibliothek führte er Stücke von überwiegend zeitgenössischen Komponisten auf; begleitet wurde er dabei von Wolfgang Pilz aus Magdeburg.

 

Bojanowski wurde 1967 in Lublin geboren und hat von 1986 bis 1991 an der Musikhochschule „Frederik Chopin“ in Warschau studiert. Noch während des Studiums trat er im Sommer 1990 die Stelle des 1. Solo–Klarinettisten bei der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck an, die er bis heute inne hat. Vor rund zehn Jahren zog er von Schönebeck nach Magdeburg.

Bei dem Gespräch schlug Bojanowski eine Brücke von seiner Zeit in Warschau über die gesellschaftlichen Umbrüche in Polen ab 1980 und den Beginn seines Wirkens 1990 in Schönebeck bis in die Gegenwart. „Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und angenommen“, sagte er im Rückblick über seine Ankunft vor fast 30 Jahren. Inzwischen fühle er sich „manchmal hier mehr zu Hause, als wenn ich nach Polen komme“.

Durch das Gespräch führte Katja Paulke vom Team des AGSA-Projekts „IKOE - Interkulturelle Orientierung und Öffnung. Koordinierungsstelle Sachsen-Anhalt“. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Weiterbildungsreihe „Was uns stärkt! Tools und Skills für freiwilliges Engagement“ statt. Eingeleitet wurde der Gesprächsabend in der Stadtbibliothek mit einer individuellen Führung durch die dazugehörige Interkulturelle Bibliothek. An dem Rundgang beteiligten sich unter anderem Ehrenamtliche vom AGSA-Mitgliedsverein „Meridian“ und des Literaturhauses Magdeburg.

Text & Foto: Karsten Wiedener / https://integrationsbeauftragte.sachsen-anhalt.de