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Am 28. August 2021 jährte sich zum 80. Mal die Anordnung Stalins, die gesamte deutschstämmige Bevölkerung des Wolga-Gebietes umzusiedlen. Aus diesem Anlass zeigt die Ortsgruppe Magdeburg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ des Bundesverbandes der Landmannschaft der Deutschen aus Russland im Saal des einewelt haus.

Wer die Ausstellung (bis 17.09.) besichtigen möchte, meldet sich bitte unter 0391-5371-200 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Der Eintritt ist kostenfrei.

Programm zum Thema:

02.09. / 17.00 Uhr
Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Vertreibung der Russlanddeutschen in der ehemaligen Sowjetunion

26.09. / 14.00 Uhr
"Vertreibung!"- literarische Komposition zum 80. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der UdSSR

 

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Hintergrund:

Am 28. August 1941 lässt Stalin das Präsidium des Obersten Sowjet der UdSSR die Umsiedlung der gesamten deutschstämmigen Bevölkerung des Wolga-Gebietes anordnen. Zugleich wird die 1924 gegründete „Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“ aufgelöst. Bis zu 400.000 Menschen werden nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Viele sterben bereits auf dem Marsch.

Die deutschstämmigen Siedler waren in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von der Zarin Katharina der Großen mit guten Konditionen für den Aufbau einer neuen Existenz ins Land geholt worden.

Als offizielle Begründung für die gut zwei Monate nach dem Überfall Nazi-Deutschlands beginnenden Deportationen diente die pauschale Anschuldigung, die Russlanddeutschen würden als "Fünfte Kolonne" mit Nazi-Deutschland kolaborieren und weitreichende Sabotageakte planen.

Wie später auch andere Minderheiten (u.a Tschetschenen, Inguschen, Kalmücken oder Krimtataren) wurden die Deutschen in Viehwaggons gepfercht und nach Sibirien oder Zentralasien transportiert. Dort angekommen, wurden sie als Arbeitssklaven eingesetzt, viele starben an Gewalt und Erschöpfung.

Erst in den 1960er Jahren wurden die Überlebenden von Moskau rehabilitiert, konnten jedoch trotzdem nicht in ihre Heimat zurückkehren. In den 1980er-Jahren begann die Ausreise nach Deutschland, seitdem sollen knapp drei Millionen Aussiedler mit deutschen Wurzeln in die Bundesrepublik gekommen sein.