cover ikw"Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt." Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. koordinierte zum 19. Mal die Interkulturellen Wochen in Magdeburg (IKW). Vereine, Initiativen, Wohlfahrtsverbände, kommunale Behörden und Einrichtungen, Gewerkschaften, Kirchen / Religionsgemeinschaften, Schulen, Kindergärten waren aufgerufen, sich vom 19. September bis 04. Oktober in Magdeburg zu beteiligen.
Das zweiwöchige Programm lud zu Workshops, Konzerten, Festen, Spaziergängen durch die Stadt, Film, Lesung u.v.m. ein. 

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Zu den Interkulturellen Wochen 2015

Die Interkulturellen Wochen feiern einen runden Geburtstag: Seit 40 Jahren gibt es sie - zunächst als „Woche der ausländischen Mitbürger“, seit einigen Jahren als „Interkulturelle Woche“. In dieser Zeit hat sich Deutschland sehr verändert. Zwei deutsche Staaten, die aus unterschiedlichen Gründen Zuwanderung und Integration eher mit Abwehrhaltung gegenüberstanden, haben sich vor 25 Jahren wiedervereinigt. Migrationsgeschichten Ost und West wurden gesamtdeutsch, inzwischen schreiben sie die Kinder und Enkelkinder fort.

Neue Kapitel entstehen momentan im Zuge der größer gewordenen Flüchtlingsbewegungen. Sie werfen auch menschenrechtliche Fragen hinsichtlich der Abschottung der Festung Europa auf. Wenn der Tod von Menschen billigend in Kauf genommen wird, die über das Mittelmeer versuchen nach Europa zu gelangen. Sie werfen Fragen der innereuropäischen Solidarität auf, wenn Asylverfahren lt. Dublin III-Verordnung auf die Länder abgewälzt werden, die Geflüchtete als erstes EU-Land betreten haben. Das positive Selbstbild des freiheitlich-demokratischen Europas bekommt Risse, wenn Menschen nur unter Einsatz ihres Lebens Zutritt haben - und auch dann nicht ankommen dürfen, weil jederzeit die Rücküberstellung erfolgen kann, nicht selten in EU-Außenländer, in denen Obdachlosigkeit oder Inhaftierung droht.

In Deutschland stehen einer großen Welle der Solidarität und Unterstützungsbereitschaft in weiten Teilen der Bevölkerung leider auch ein erstarkender Rechtspopulismus und neu bemantelte Formen der Islamophobie, des Antisemitismus und Antiziganismus gegenüber. Der öffentliche Diskurs ist zum Einen von Positiv- und Best-Practise-Beispielen gelebter Willkommenskultur auf der anderen Seite jedoch auch immer wieder von „guter“ (Kriegs-)Flüchtling- vs. „schlechter“ (Wirtschafts-) Flüchtling-Rethorik geprägt. Vor die größten Herausforderungen stellt uns jedoch nicht die Zahl der Geflüchteten als vielmehr die solidarische, kooperative und vor allem proaktive Gestaltung einer Willkommenskultur vor Ort. Das produktive Zusammenwirken von Zivilgesellschaft, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Schulen, Schulsozialarbeit sowie Kommunen und Landkreisen ist insbesondere gefordert. Die Schaffung von Informations- und Begegnungsangeboten, die Unterstützung beim Spracherwerb, der Wohnungsunterbringung und die Förderung emanzipatorischer Bildungsangebote, die ein selbstbestimmtes Engagement bzw. Ankommen in unserer Gesellschaft ermöglichen sind dieser Tage ebenso wichtig wie die proaktive Öffnung bestehender Regelangebote.

Die Magdeburger IKW wird in Kooperation mit dem Magdeburger Netzwerk für Integrations- und Ausländerarbeit organisiert und finanziell von der Integrationsbeauftragten der Landesregierung und dem Sozial- und Wohnungsamt der Stadt Magdeburg unterstützt.

Ihre Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.

 

>> Infos und Formblatt zur Anmeldung Ihrer IKW-Veranstaltung (Anmeldung bis 30.06.)