motto„Vielfalt verbindet.“
...so lautet das Motto der bundesweiten Interkulturellen Woche (IKW) 2017.

Vielfalt prägt und begleitet uns Tag für Tag. Sie verläuft nicht nur entlang sprachlicher, religiöser oder territorialer Grenzen, macht das Leben spannend, wenn auch nicht immer einfach. Für demokratische und menschenrechtlich verfasste Gesellschaften ist sie konstituierend, Motor für Innovation und Lebendigkeit, Gradmesser für die Achtung der Menschenwürde. Pluralismus, Föderalismus und Gewaltenteilung etwa sind Ausdruck vielfaltachtender und -fördernder Gesellschaften.

Die IKW bietet Gelegenheit/en, sich dessen bewusst zu werden, in der "Vielfalt, die verbindet", aufeinander zuzugehen aber ebenso auch sich entschieden rassistischen und nationalistischen Strömungen entgegenzustellen und gemeinsam zu diskutieren, wie wir die Gesellschaft auf der Basis von Grund- und Menschenrechten konstruktiv weiterentwickeln wollen.

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Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland, in Sachsen- Anhalt engagiert sich für die Integration. Stets gab und gibt es jedoch eine größere Gruppe von Menschen in allen sozialen Schichten und jeden Alters, die Zuwanderung und ein gleich-berechtigtes Zusammenleben von Mehrheits- und Zuwanderungsgesellschaft ablehnen.
Diese Ablehnung hat in den vergangenen 2 bis 3 Jahren vermehrt öffentliche Artikulation erfahren und sich verstärkt in offenem Hass, Rassismus, verbaler und realer Gewalt geäußert.
Diese laute Minderheit war auch der Nährboden für die AfD, dieser Kontext gehört auch zur Erklärung des Auftretens von AfD- Akteuren auf dem SAT 2016 in Sangerhausen, den Beleidigungen, Anfeindungen und Schmähungen, die Menschen mit Migrationsgeschichte erfahren mussten.
Es waren die Vereine und Verbände der Zivilgesellschaft, die als erste und leider lange Zeit als einzige, auf das skandalöse AfD- Verhalten auf dem SAT 2016 hingewiesen und gemeinsame Reaktionen der demokratischen Kräfte darauf eingefordert haben. Wenige Wochen vor dem SAT 2017 in Eisleben muss leider konstatiert werden, dass Monate ungenutzt verstrichen sind.

csm IMG 0023 2f9d2f3dbbUm Geflüchteten das Ankommen und die erste Orientierung in den Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts zu erleichtern, hat die AGSA im Auftrag der Integrationsbeauftragten den Leitfaden „Gut ankommen vor Ort“ entwickelt. Übersichtlich, in einfacher Sprache und in ansprechender Gestaltung werden Themen wie Gesundheit, Wohnen, Spracherwerb und Unterstützungsstrukturen dargestellt.

bfdDas Projekt „Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug in Sachsen-Anhalt“ sucht weiterhin neue Einsatzstellen und Freiwillige, für Aufgaben die im Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe stehen - karitative Hilfe, Beratung & Begleitung, Freizeit- und Bildungsangebote durch oder für Geflüchtete u.v.m. sind möglich. Sie sind bereits auf diesen Gebieten aktiv oder möchten es zukünftig werden? Über die Rahmenbedingungen und möglichen Tätigkeitsfelder finden Sie Informationen auf der Webseite unserer Servicestelle: Unter www.bfd-integriert.de erscheinen regelmäßig aktuelle Informationen zum BFD Sonderprogramm mit Flüchtlingsbezug. Portraits von Freiwilligendienstleistenden und Zitate von Einsatzstellen zeigen, wie und wo bereits landesweit Engagement und Integration Hand in Hand befördert werden. Einen guten Eindruck von dem hinter diesem Freiwilligendienstformat stehenden engagierten Menschen vermittelt auch der Portraitfilm „Ahmad – Freiwillig in Sachsen-Anhalt“

kombiDie IQ-Servicestelle „Interkulturelle Orientierung / Öffnung,Antidiskriminierung und Diversity“ der AGSA und das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. bieten im Jahr 2017 wieder bis zu 15 Teilnehmenden die Gelegenheit, sich als

KomBILaufbahnberaterinnen bzw. KomBI-Laufbahnberater (ehrenamtlich)

qualifizieren zu lassen. 

Viele Migrantinnen und Migranten engagieren sich bereits ehrenamtlich in den Communities und Migrantinnenorganisationen. Sie beraten Menschen und geben Lebenshilfe, vermitteln Hilfsangebote und bieten Unterstützung in unterschiedlichsten Lebenslagen. Um diese Beratungen zu professionalisieren und die Leistungen der Beraterinnen und Berater anzuerkennen, gibt es die Qualifizierung zur KomBI-Laufbahnberatung. KomBI-Laufbahnberatung steht für kompetenzorientiert, biographisch, interkulturell und will gezielt den Diversity-Ansatz sowie die besondere berufliche Situation der Migrantinnen und Migranten berücksichtigen.

IKOE BLKUnsere Kolleg*innen vom IKOE-Team (Interkulturelle Orientierung und Öffnung - Fortbildungs- und Beratungsservice für Verwaltungen) haben 2016 intensiv mit Verwaltungsmitarbeiter*innen im Burgenlandkreis gearbeitet. Während eines Workhsops für Mitarbeiter*innen der Ausländerbehörde Naumburg ist dieser 10-minütige Beitrag des Offenen Kanal Magdeburg entstanden. Sehr eindrücklich beleuchtet er im Gespräch u.a. mit dem Amtsleiter, der Trainerin und der Projektleiterin, warum interkulturelle Öffnung nicht nur ein Trendthema ist sondern für jede Kommune und jeden Landkreis essentiell, dem an Bürgernähe, Zugewandtheit und Beratungsgesprächen auf Augenhöhe gelegen ist. Zufriedene Bürger*innen und Mitarbeiter*innen trotz sprachlicher bis bürokratischer Barrieren sind das Ziel - nichtzuletzt mit dem positiven Nebeneffekt des Imagegewinns der jeweiligen Verwaltung und Region. 

Erklärung zivilgesellschaftlicher Träger (22. August 2016)

Die Trägerlandschaft in Sachsen-Anhalt mit ihren zahlreichen Organisationen, Vereinen und Verbänden steht für eine demokratische Alltagskultur. Es ist unser erklärtes Ziel, uns stark zu machen für ein Klima, das die Freiheit und die Würde jedes*jeder Einzelnen garantiert. Wir engagieren uns gegen jede Form der Ausgrenzung, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit.

Als Trägerlandschaft streiten wir für eine Politik, die sich für alle Menschen in unserer Gesellschaft einsetzt und stehen dafür als Partner*innen zur Verfügung. Basis unseres gemeinsamen Agierens ist unsere Erklärung „Für ein demokratisches Sachsen-Anhalt der Vielfalt und des gegenseitigen Respekts“.

Erklärung der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.

Sachsen-Anhalt verändert sich – wir verändern mit! Wir bringen uns aktiv in die Gestaltung
unseres Lebensumfeldes ein. Das tun wir als zivilgesellschaftlich engagierte Menschen und
Bürger*innen, als Interessenbündnisse, Organisationen und Vereine, denen es um die
Stärkung des Gemeinwesens in unserem Land geht.
Das Befördern des interkulturellen Dialogs und das Zulassen alternativer Sichtweisen stärkt
die Demokratie.